Heute gibt es endlich ein Fazit von meiner NaNo Erfahrung!
REINGEFUXT

Du hast den NaNo nicht gewonnen? This is for you.

Der #NaNo ist vorbei. Seit vier Tagen, um genau zu sein und selbst diese habe ich noch gebraucht, um wieder in den Fluss zu kommen. Meinen Platz wiederzufinden. Wieder zu schreiben. Doch bevor dieser Artikel hier in eine tragische Arie aus Selbstmitleid ausufert, komm’ doch erst einmal rein und mach’s dir gemütlich. Denn: Heute dürfen wir sanft zu uns sein. Nein, wir haben den #NaNo nicht gewonnen, aber vielleicht (ganz bestimmt sogar!) haben wir etwas gelernt.

Hier also mal ein etwas anderes #NaNo Fazit. Vom Fux für dich.

 

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…

 

In der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November 2018 bin ich voller Elan in den diesjährigen #NaNoWriMo gestartet. Guter Dinge postete ich hier im Blog noch diesen Beitrag zum Thema Perfektionismus und war hochmotiviert, diesem ständigen Begleiter den Kampf anzusagen. Das erste Tagessoll erreichte ich noch vor zwei Uhr morgens und ich sank selig in die Kissen. Was wären wir Perfektionisten nur ohne den Rausch und die Euphorie, die zu Beginn so ziemlich jeden neuen Projektes durch unsere Synapsen schießen?

Dennoch gab es schon in Stunde 0 auch diese andere Stimme in meinem Hinterkopf, diesen kleinen miesen Verräter, der trotz all der guten Vorsätze einfach nicht verschwinden wollte. Ab dem zweiten Tag traute ich mich, mit diesen Zweifeln raus in die Welt. Durchbrechen alter Muster und so. Wenn du mir auf Instagram oder Twitter folgst, wirst du vielleicht einen dieser beiden Posts hier gesehen haben:

 

Instapost zum Thema Nano auf meinem Instagram Feed Fuxxich.

 

Tweet zum Thema Nano auf meinem Twitter Feed Fuxxich.

 

Ich finde, man kann hier bereits gut den Kampf erkennen, den ich da mit mir selbst ausgefochten habe. Auf der einen Seite das hohe Maß an Motivation und Enthusiasmus und auf der anderen Seite die unendlich große Angst, hinter den eigenen Ansprüchen und Erwartungen zurückzubleiben. Diese Emotionen wechselten sich quasi stündlich ab und so ist der eine Post nicht weniger wahr als der andere und beides hat tatsächlich zeitgleich stattgefunden.

 

Schleichender Kontrollverlust

 

Bis Tag 5 ging es in dieser Manier weiter. Jeden Abend habe ich mein Scrivener Projekt geöffnet und vorrangig an meinen Charakteren gearbeitet. Nicht am eigentlichen Manuskript, sondern vor allem an der Welt und dem Plot zu schreiben, war eine Entscheidung, die ich schon einige Tage vor dem 1. November getroffen hatte. Ich blieb täglich in meinem Wort-Soll und nutzte diese Erfolgserlebnisse als Gegengewicht zu den immer größer werdenden mentalen Wundstellen.

Versteh’ mich an dieser Stelle bitte nicht falsch: Die Erfahrungen, die ich in diesen ersten Tagen sammeln und all die kleinen und großen Lebensgeschichten meiner Charaktere, die ich entdecken durfte und zu guter Letzt auch der Flow, der sich immer wieder zeitweise einstellte – all das hat den #NaNo sehr wertvoll für mich gemacht! Das Schlimme war einfach nur, dass er mich und meine Energie mehr und mehr aufgezehrt hat – und das völlig unproportional zum tatsächlichen kreativen Output.

 

Tweet zum Thema Nano auf meinem Twitter Feed Fuxxich.

 

Meine Schreibroutine abseits vom #NaNo Projekt geriet immer mehr aus den Fugen. In meinem Blogpost zur Montagsfrage am 7. November (welcher ein Mittwoch war) schrieb ich: “Daran, dass ich gerade in der dritten Person von mir selbst gesprochen habe, kannst du mein ungefähres Stresslevel ablesen.” Und ja, mir ist bewusst, dass es vielen Autoren so geht. Der #NaNo ist eben ein absoluter Ausnahmezustand und da bleibt schonmal was liegen. Wenn aber der Spaß am Schreiben an sich plötzlich wie der letzte Regentropfen in der Wüste versiegt, wird es ernst. Denn auch trotz all dem innerlichen Widerstand, gab es eigentlich ein so riesiges Ja in meinem Herzen für mein Projekt.

 

Tweet zum Thema Nano auf meinem Twitter Feed Fuxxich.

 

Das Schreibnacht Phänomen

 

Die nächste Station auf meiner #NaNo Reise war schließlich die #Schreibnacht vom 10. auf den 11. November.

Wie immer startete ich mit einem Blogpost und ließ auch hier meine Nervosität bzgl. des #NaNos durchscheinen.

Da die #Schreibnacht schon immer ein Ort der Kreativität für mich war, verbinde ich durchweg nur Positives mit diesem allmonatlichen Event und genieße den kollegialen Austausch und den Flow, die plötzlich beide wie auf Knopfdruck fließen. So kam es dann auch, dass ich trotz bereits ziemlich erdrückender 8k Worte Rückstand einen persönlichen Meilenstein erschrieb und mein Projekt die 10k knackte.

 

Tweet zum Thema Nano auf meinem Twitter Feed Fuxxich.

 

Nachdem die #Schreibnacht vorüber war, wurde es schließlich still um mich, meinen Blog, meine Social Media Kanäle und letzten Endes auch um meine wundervolle Geschichte, die es doch verdient hätte, aufgeschrieben und erzählt zu werden. Die Überforderung brach nur zwei Tage später über mich herein und ich wusste weder vor noch zurück.

Ich hörte auf, zu schreiben.

 

Tweet zum Thema Nano auf meinem Twitter Feed Fuxxich.

 

Die Sinnkrise

 

Was als leichtes Grummeln in der Magengegend begann und sich nach und nach zu einem nicht mehr zu ignorierenden Unbehagen auswuchs, sollte schließlich in einer echten Schreibblockade gipfeln. Der Druck, den ich mir gemacht hatte, hat meine Muster derart gefüttert, dass ich mich selbst komplett ausgeknockt habe.

PerfektionismusVersagensangstSchuldgefühle – die alten Bekannten gaben sich die Klinke in die Hand. Irgendwann war es dann sogar so schlimm, dass ich nicht einmal mehr Freunden auf ihre Emails antwortete, weil ich mich in einer unauflöslichen Spirale aus negativen Gedankenmustern befand. Wenn ich doch meinen Freunden schreiben konnte, wieso konnte ich dann nicht ein paar Worte für mein Projekt finden? Eine Frage, die bei vielen Autoren kreative Produktivität á la Pomodoro Technik, bei mir aber ein absolutes Schreibverweigerungsverhalten auslöste. Und es tat so weh. Ganz tief drinnen in meinem Schreiberherz. So sehr, dass ich in eine Sinnkrise geriet.

Habe ich tatsächlich überhaupt das Zeug zum Autor? Oder war das alles nur ein hübsch verklärter Sommernachtstraum? Eine fixe Idee, der ich nicht weiter hinterherjagen sollte? Wieso schaffen es so viele andere, während ich nicht nur keinen Output habe, sondern emotional völlig fertig vor einem leeren Blatt Papier sitze? Worüber sollte ich schreiben, wenn ich denn schriebe? Habe ich überhaupt etwas zu sagen? Etwas von Bedeutung? Oder bin ich nur eine Mücke am Ohr des Internets, die sich nicht mehr als einen müden Schlag nach ihrem Dasein erhoffen kann? Das waren tatsächlich Fragen, die ich mir gestellt habe. Und das für zwei lange Wochen. Nach etwas mehr als 20k Worten.

 

Tweet zum Thema Nano auf meinem Twitter Feed Fuxxich.

 

An diesem tiefsten Punkt meiner Reise angekommen, wurde mir klar, dass ich eine Entscheidung treffen musste: Weitermachen oder aufgeben? Und ich spreche hier nicht vom #NaNo. Das Soll von 50k war zu diesem Zeitpunkt schon gar nicht mehr auf meiner Zielhierarchie zu finden. Mittlerweile ging es um den Grundsatz: Willst du ein Autor sein oder nicht? Und weil ein Nein sich so dermaßen falsch anfühlte, entschied ich mich auch ohne einen Plan für ein inbrünstiges Ja.

Es folgte noch am selben Abend mein erstes #ElfchenUmElf seit 19 Tagen. Ich entschied mich zum ersten Mal seit Langem für Authentizität und thematisierte das, was ich gerade emotional und professionell durchmachte:

 

Tweet zum Thema #ElfchenUmElf auf meinem Twitter Feed Fuxxich.

 

Und nach dem #NaNo die Sinnflut

 

Nein, das ist kein Schreibfehler. 😉 Ab jetzt wird es endlich wieder heller und etwas farbenfroher in diesem Artikel. Denn tatsächlich war meine Krise so notwendig wie sie unangenehm war und ich nehme sie mittler Weile dankend an.

Also: Danke #NaNo, für die Katharsis, die du mir schenktest. Und den Sinn, der daraus entstehen durfte!

Denn schon länger habe ich innerlich mit mir gehadert. Was möchte ich der Welt da draußen (und damit auch ganz konkret dir, als meinem*r Leser*in) von mir zeigen? Wie viel Fux darf durch die Zeilen hindurch scheinen und wie ehrlich dürfen die Themen sein, über die ich schreibe? Wie kontrovers darf das Material meiner Blogbeiträge sein? Dürfen die Themen meiner kreativen Arbeiten auch hier Einzug halten? Das Ergebnis dieser Überlegungen war eine bewusste Entscheidung für mehr Authentizität. Mehr Mut. Mehr Echtheit. Und ja, auch mehr Verletzlichkeit.

Denn letzten Endes ist es das, wonach auch ich persönlich in Texten und Blogbeiträgen suche: Nach dem Quäntchen Verletzlichkeit, in dem ich mich wiederfinden kann. Nach einer echten Emotion, die mir unter die Haut geht. Nach etwas, was mir eine Verbindung ermöglicht, die mir das Leben vielleicht an anderer Stelle verwehrt hat. Es kann so einfach sein.

 

Wie geht es also weiter hier bei FUXICH?

 

Du ahnst es schon. 🙂 Es wird sich einiges ändern hier auf meinem Blog. Mein Schreibfokus wird in der nächsten Zeit wieder vermehrt auf meinen FUXIDEEN liegen. Wenn dir diese freien Werke thematisch bisher gefallen haben, so gehe ich davon aus, dass auch in Zukunft die Sparte REINGEFUXT eine Anlaufstelle für dich sein kann, wo du all die Dinge findest, die ich selbst da draußen suchen würde. Lass dich überraschen!

Ich hoffe, dass ich dich und viele andere mit mehr Authentizität erreichen kann. Finden kann. Und im besten Fall eine Connection entstehen darf. Egal ob über Reviews, einen Kommentar hier auf dem Blog oder auch eine Email. Ich freue mich schon sehr auf dieses neue Kapitel und danke dir für deine Unterstützung. Schön, dass du dabei bist!

 

Bis ganz bald im Wald,

Fuxich

 

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