Ich hatte Sinnfragen – und bin zurück mit Antworten.


 

Kann man verlernen, man selbst zu sein?

Frage Nummer 1, mit der ich mich im letzten Jahr beschäftigt habe.

Meine Antwort ist mehr kryptisch als klar und ich kann das so stehen lassen: Alles ist ein Pendel. Ich versuche, zwischen den Polen zu schwingen und nicht in Stillstand zu geraten.

Wie viel von mir bin ich bereit, in meine Kunst zu investieren?

Frage Nummer 2.

Wenn ich schreibe, schreibe ich über Schmerz. Schmerz meint hier nicht immer ein Wehtun hier und da, sondern oft auch ein Sehnen nach einem Da und Dort, was besser nicht hätte sein können. Echter nicht hätte sein können. Und irgendwo dazwischen bin ich, mal näher am Hier und Da und mal mehr im Da und Dort.

Und wie wird daraus Kunst?

Das ist wohl die schwerste Frage, die mich viele Wochen umgetrieben hat.

Ein Standing bekommt man nur, indem man den Weg geht. Ein Produkt wird erst dann zu Kunst, wenn es nicht mehr Mittel zum Zweck, sondern Selbstzweck sein darf. Genau das habe ich meinen Werken lange nicht zugestanden. Habe mich hinter Masken versteckt und nur das an die Oberfläche treten lassen, was schön und rund war.

Wie viel tief berührende Kunst wäre dieser Welt verloren gegangen, hätten Künstler*innen immer nur das getan, was schön und rund ist? Wie grausam und heilsam kann ein hässlicher Text, eine gewaltvolle Melodie sein?

Und hier schließt sich der Kreis: Alles ist ein Pendel. Ich versuche, aus dieser selbst gewählten Nettigkeit auszutreten und dabei nicht ins andere Extrem zu verfallen. Versuche, meine eigene Inkongruenz nicht länger glattzubügeln und alles durch den Filter der Vereinbarkeit zu jagen. Das will ich meinen Werken lassen.

 

Fuxich