Wieso ich noch immer schreibe


 

Das Leben ist ein Pendel. Ich versuche, zwischen den Polen zu schwingen und nicht in Stillstand zu geraten.

Wenn ich schreibe, schreibe ich über Schmerz. Schmerz meint hier nicht immer ein Wehtun hier und da, sondern oft auch ein Sehnen nach einem Da und Dort, was besser nicht hätte sein können. Echter nicht hätte sein können. Und irgendwo dazwischen bin ich, mal näher am Hier und Da und mal mehr im Da und Dort.

Ein Produkt wird erst dann zu Kunst, wenn es nicht mehr Mittel zum Zweck, sondern Selbstzweck sein darf. Genau das habe ich meinen Werken lange nicht zugestanden. Habe mich hinter Masken versteckt und nur das an die Oberfläche treten lassen, was schön und rund war.

Und hier schließt sich der Kreis: Das Leben ist ein Pendel. Ich versuche, aus dieser selbst gewählten Nettigkeit auszutreten und dabei nicht ins andere Extrem zu verfallen. Versuche, meine eigene Inkongruenz nicht länger glattzubügeln und alles durch den Filter der Vereinbarkeit zu jagen. Das will ich meinen Werken lassen.

 

Fuxich